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Mittwoch, 19. Juli 2017

Angst - Ursache - Eckhart Tolle

Jeder,
der mit seinem Verstand identifiziert ist,
statt mit seiner wahren Stärke,
dem tieferen, im Sein verankerten Selbst,

wird die Angst als ständigen Begleiter haben.

Eckhart Tolle



Hilfe und Infos unter


Montag, 24. April 2017

Bewusstes Leiden - Bewusstsein heilt




Bewusstes Leiden

Wenn du kleine Kinder hast, dann hilf ihnen, leite sie an und beschütze sie, so gut du kannst,
aber gib ihnen vor allen Dingen Raum - Raum zu sein.
Sie kommen durch dich auf die Welt, aber sie gehören nicht dir.
Die Überzeugung »Ich weiß am besten, was gut für dich ist« mag berechtigt sein, solange die
Kinder klein sind, aber je älter sie werden, umso weniger trifft sie zu. Je mehr Erwartungen du hegst,
wie sich ihr Leben entfalten sollte, umso mehr bist du in deinem Denken befangen, statt für sie präsent zu
sein.

Natürlich werden sie Fehler machen und in der einen oder anderen Weise leiden, wie alle Menschen.
Aber möglicherweise sind die Fehler nur aus deiner Sicht Fehler.
Was für dich ein Fehler sein mag, ist für sie vielleicht genau das, was sie tun oder erfahren müssen.
Lass ihnen so viel Hilfe und Anleitung zukommen, wie du kannst, aber sei dir darüber im Klaren, dass du ihnen auch erlauben musst, Fehler zu machen, besonders wenn sie anfangen erwachsen zu werden.
Bisweilen musst du ihnen sogar zugestehen, dass sie leiden dürfen.
Leid kann aus heiterem Himmel über sie kommen oder als Folge ihrer eigenen Fehler.

Wäre es nicht wunderbar, wenn du ihnen alles Leid ersparen könntest?
Nein, das wäre es nicht.
Sie würden sich menschlich nicht weiterentwickeln, sondern oberflächlich bleiben und sich
mit der äußeren Form der Dinge identifizieren.
Leid führt uns in die Tiefe.

Das Paradox ist,
dass Leid durch die Identifikation mit Form entsteht
und zugleich die Identifikation mit Form untergräbt.
Leid wird vom Ego verursacht,
obgleich letztlich Leid das Ego zerstört - allerdings erst,
wenn das Leid bewusst erlebt wird.

Die Menschheit ist dazu bestimmt, über das Leiden hinauszugehen, aber nicht so, wie das Ego meint.
Eine der vielen fälschlichen Annahmen des Ego, einer seiner vielen wahnhaften Gedanken lautet:
»Ich sollte nicht leiden müssen.«
Manchmal wird dieser Gedanke auch auf jemanden übertragen, der einem nahesteht:
»Mein Kind sollte nicht leiden müssen.«
Dieser Gedanke selbst ist die Wurzel des Leidens.
Das Leiden hat einen edlen Sinn: Es soll die Evolution des Bewusstseins vorantreiben und das Ego verbrennen.

Der Mensch am Kreuz ist das archetypische Bild dafür.
Er steht für jeden Mann und jede Frau.
Solange du dich gegen das Leiden wehrst, geht dieser Prozess nur langsam voran,
denn Widerstand baut mehr Ego auf, das verbrannt werden muss.
Wenn du hingegen das Leiden annimmst, beschleunigt sich der Prozess, weil du jetzt bewusst leidest.

Du kannst dein eigenes Leiden annehmen,
aber du kannst auch das Leiden anderer, deiner Kinder oder Eltern zum Beispiel, annehmen.
Inmitten des bewussten Leidens liegt bereits die Umwandlung begründet.
Das Feuer des Leidens wird zum Licht des Bewusstseins.

Das Ego sagt: »Ich sollte nicht leiden müssen«,
und dieser Gedanke sorgt dafür, dass du noch viel mehr leidest.
Er ist eine Verzerrung der Wahrheit und als solche immer paradox.
In Wahrheit musst du Ja zum Leiden sagen, ehe du darüber hinausgehen kannst.


Eine neue Erde - Eckhart Tolle

23.4.17


Donnerstag, 22. September 2016

Widerstand gegen das Leben bringt Verspannungen und Sklerosen


Der Widerstand gegen das Leben bringt Verspannungen und Sklerosen.
Widerstand gegen das Leben ist so als würde man versuchen den Rhein mit seinem Körper aufzuhalten.
Hilfe den Widerstand loszulassen und somit den Körper zu heilen: 


ABER WIE ?
Den Widerstand loslassen, das ist leichter gesagt als getan.
Mir ist nicht klar, wie ich loslassen soll.
Du sagst, durch Hingabe, doch die Frage bleibt: 
"Wie?" 

Beginne damit, dass du deinen Widerstand anerkennst. (akzeptierst)
Sei gegenwärtig, wenn Widerstand entsteht.
Beobachte, wie dein Verstand ihn erschafft, wie er die Situation, dich und andere mit einem Etikett versieht.
Schau dir den dazugehörigen Denkprozess an.
Fühle die Energie der Emotion. 

Wenn du den Widerstand beobachtest, wirst du erkennen, dass er keinen Zweck erfüllt.
Du bringst deine gesamte Aufmerksamkeit ins Jetzt, der unbewusste Widerstand wird dadurch bewusst, und das war's dann. 

Du kannst nicht zugleich bewusst und unglücklich sein, bewusst und in Negativität gefangen. Jede Form von Negativität, Unglücklichsein und Leiden bedeutet, dass Widerstand herrscht, und Widerstand ist immer unbewusst. 

Eckhart Tolle - JETZT

Montag, 19. September 2016

CHI - ICH - Power - Jetzt - Systemische-Hypno-Therapie





Chi
ist das innere Energiefeld deines Körpers.
Es ist die Brücke zwischen dem äußeren Du und der Quelle.
Es befindet sich auf halbem Wege zwischen dem Manifesten,
der Welt der Form, und dem Unmanifesten.

Chi kann mit einem Fluss oder einem Energiestrom verglichen werden.
Wenn du den Fokus deines Bewusstseins tief in den inneren Körper lenkst,
dann verfolgst du den Lauf dieses Flusses zurück zu seiner Quelle.

Chi ist Bewegung; das Unmanifeste ist Stille. 

Wenn du einen Punkt absoluter Stille erreichst,
der trotzdem voll pulsierenden Lebens ist,
dann bist du jenseits des inneren Körpers gegangen
und jenseits von Chi zur Quelle selber: zum Unmanifesten.

Chi ist die Verbindung zwischen dem Unmanifesten und dem physischen Universum.



Eckhart Tolle, Jetzt! Die Kraft der Gegenwart

Infos:

Mittwoch, 2. März 2016

Wenn deine Beziehung nicht funktioniert, wenn sie in dir oder deinem Partner den Wahnsinn zum Vorschein bringt

Immer also wenn deine Beziehung nicht funktioniert,
wenn sie in dir oder deinem Partner den Wahnsinn zum Vorschein bringt, FREUT euch.

Das, was im Unbewussten verborgen war, wird ans Licht befördert.
Dies ist eine Gelegenheit für eure Erlösung.

Halte dein Wissen über den jeweiligen Moment
und besonders dein Wissen über deine innere Befindlichkeit immerwährend fühlend aufrecht. 

Wenn Wut da ist, wisse, dass sie da ist.
Wenn Eifersucht, Abwehr, Streitsucht, Rechthaberei, ein inneres Kind, das Liebe und Aufmerksamkeit fordert, oder irgendein emotionaler Schmerz da sind - was immer es ist,
erkenne die Wahrheit des Momentes und verweile in der Erkenntnis.
Dann wird aus der Beziehung dein Sadhana, deine spirituelle Praxis.

Wenn du bei deinem Partner unbewusstes Verhalten beobachtest,
halte diese Beobachtung in der liebenden und wissenden Umarmung deiner Erkenntnis,
so dass du nicht reagierst.

Unbewusstheit und Erkenntnis können nicht lange koexistieren - selbst wenn die Erkenntnis nicht in demjenigen stattfindet, der gerade sein Unbewusstes ausagiert, sondern in seinem Partner.

Die Energieform, aus der Feindseligkeit und Angriffe entstehen,
verhält sich absolut allergisch gegen die Gegenwart von Liebe.

Wenn du auf die Unbewusstheit deines Partners in irgendeiner Weise reagierst,
dann wirst du selber unbewusst.
Doch wenn du dann daran denkst, diese Reaktion zu erkennen, ist nichts verloren.

...
Eckhart Tolle 

Jetzt - Seite 188

Mittwoch, 20. Januar 2016

Dein Denker hält dich in einer Art Betäubung

Dein Denken hält dich in einer Art Betäubung.
Unter der Last der Erinnerungen an die Vergangenheit,
unter der Last Zukunftserwartungen lebst du vor dich hin,
auf Sparflamme.

Du schöpfst deine Energie nicht aus.
Dein Feuer brennt nur schwach.

Wenn du die Gedanken loslässt,
den Staub der Vergangenheit abschüttelst,
wächst die Flamme – rein, klar, lebendig, frisch.
Dein ganzes Leben wird zur Flamme, einer Flamme ohne Rauch.
Das ist Bewusstheit.
Der Verstand kann niemals intelligent sein.
Nur "No-Mind" (Nicht-Denken) ist intelligent.
Nur "No-Mind" ist ursprünglich und radikal.
Nur "No-Mind" ist revolutionär – es ist aktive Revolution.


Osho A Sudden Clash of Thunder Chapter 1

*

Mittwoch, 13. Januar 2016

Selbstsabotage durch Identifikation mit Schmerz - Eckhart Tolle

E.T. „heart“-Emoticon
Solang ein Teil deines Selbstgefühls von emotionalem Schmerz abhängig ist, wirst du unbewusst jeden Versuch von ihm geheilt zu werden, abwehren oder sabotieren.

Warum?
Ganz einfach, du möchtest dich selber ganz erhalten, und der Schmerz ist zu einem festen Bestandteil von dir geworden.

Das ist ein unbewusster Vorgang,
und die einzige Möglichkeit, ihn zu überwinden ist,
ihn bewusst zu machen.

Es kann eine ziemlich schockierende Einsicht sein,
wenn du plötzlich feststellst,
dass du an deinem Schmerz festgehalten hast oder noch festhältst.

JETZT - Seite 200

Montag, 12. Oktober 2015

Freiheit vom Unglücklichsein - E. Tolle

FREIHEIT VOM UNGLÜCKLICHSEIN

Ärgerst du dich über das, was du gerade tust?
Das kann deine Arbeit sein;
oder du hast zugestimmt, etwas zu tun, aber ein Teil von dir lehnt es ab und leistet Widerstand.
Trägst du jemandem gegenüber, der dir nahe steht, unausgesprochenen Groll mit dir herum? 

Erkennst du, dass die Energie, die du auf diese Weise ausstrahlst, so schädlich in ihren Auswirkungen ist,
dass sie dich selbst wie auch andere um dich herum tatsächlich vergiftet?
Schau genau hin.
Gibt es da auch nur die geringste Spur von Ärger, Unwilligkeit?
Wenn ja, dann beobachte sie auf beiden Ebenen, geistig und emotional.

Welche Gedanken erschafft dein Verstand im Umfeld dieser Situation? 

Schau dir dann die Emotion an, mit der dein Körper auf diese Gedanken antwortet.
Fühle die Emotion.
Fühlt sie sich angenehm oder unangenehm an?

Ist es wirklich deine Wahl, diese Energie in dir zu haben?
Hast du eine Wahl? 

Vielleicht wirst du ausgenutzt,
vielleicht ist die Arbeit, mit der du beschäftigt bist, langweilig,
vielleicht ist jemand in deiner Nähe unehrlich, ärgerlich oder unbewusst,
aber das ist alles unwichtig.

Ob deine Gedanken über die Situation gerechtfertigt sind oder nicht, macht keinen Unterschied.
Tatsache ist, dass du Widerstand gegen das leistest, was ist.
Du machst den gegenwärtigen Moment zu einem Feind.
Du er schaffst Unglück und Konflikt zwischen innen und außen.

Dein Unglücklichsein verschmutzt dein inneres Sein und das deiner Mitmenschen,
zugleich aber auch die kollektive menschliche Psyche, deren untrennbarer Teil du bist.

Die Verschmutzung des Planeten ist nur die Spiegelung im Außen von einer psychischen Verschmutzung im Inneren, 
ein Spiegel für die Millionen von unbewussten Menschen, die keine Verantwortung für ihren inneren Raum übernehmen.
Du kannst das, was du tust, entweder beenden, mit der betreffenden Person reden und deine Gefühle zum Ausdruck bringen, 
oder du lässt die Negativität fallen, die dein Verstand um die Situation herum geschaffen hat.

Diese Negativität ist zu nichts nütze, außer zur Stärkung deines eingebildeten Selbstgefühls.
Deren Sinnlosigkeit zu erkennen ist wichtig.
Negativität ist nie der optimale Weg, mit irgendeiner Situation umzugehen.
Meistens hält sie dich in der Situation gefangen und verhindert wahre Veränderung.
Alles, was du mit negativer Energie tust, wird durch sie vergiftet
und früher oder später weiteren Schmerz, weiteres Unglücklichsein erschaffen.

Darüber hinaus ist jeder negative Zustand ansteckend:
Unglücklichsein verbreitet sich einfacher als eine körperliche Krankheit.
Durch das Gesetz der Resonanz löst es latente Negativität in anderen aus und nährt sie.
Es sei denn, sie sind immun - in anderen Worten, höchst bewusst.
Verunreinigst du die Welt oder gehörst du zu denen, die den Dreck aufräumen?
Du bist verantwortlich für deinen inneren Raum, niemand sonst,
so wie du auch für den Planeten verantwortlich bist.
Wie innen so auch außen:
Menschen, die ihren inneren Schmutz aufräumen, schaffen auch keine neue Verschmutzung im Außen.



Eckhart Tolle  - Jetzt!

Sonntag, 15. März 2015

Du BIST DAS Universum - Eckhart Tolle





Du bist nicht im Universum,
du BIST DAS Universum, ein wesenhafter Teil davon. 

Letztlich bist du keine Person sondern ein Bezugspunkt,
in welchem sich das Universum seiner selbst bewusst wird. 


Was für ein unfassbares Wunder!

Eckhart Tolle

*

Donnerstag, 5. März 2015

Worte sind Wegweiser - Eckhart Tolle

7. Es ist so leicht von der konditionierten Person frei zu werden.



Es ist eine revolutionäre Transformation die Welt ohne all den im Denken angesammelten Ballast wahrzunehmen d.h. du bist frei von der ganzen Person für die du dich aufgrund der Konditionierungen, die du mit dir rumträgst, gehalten hast. Sie sind eine Last geworden, ein schweres Ich. Die Last eines Menschen der Erfüllung, Antwort oder Erleichterung in der Zukunft sucht und nie dort ankommt und dir zwischendurch immer nur Handlungen wiederholt. Der Tag für Tag seine Konditionierung aus der Vergangenheit ausagiert und dabei hofft die Zukunft würde besser  werden. Wie könnte sie das? 
Die Zukunft wird nur eine Weiterführung der Vergangenheit sein, weil du nur diese in jedem Augenblick ausagierst. Sie kann nicht besser werden solange du im Konditionierten festsitzt.

Es ist verblüffend. Es ist so leichter herauszukommen und doch scheinen es nur wenige zu wissen. Warum bloß?
Es ist fast wie eine Verschwörung, nur nicht von der Befreiung reden.
Ich glaube nicht dass sie je in jeder Tagesschau erwähnt wurde.
Bewahren wir wir lieber stillschweigen darüber. 


Es ist so leicht von der begrenzten kleinen konditionierten Person frei zu werden. Jeder Mensch ist eine kleine Person Selbst als Präsident von diesem oder jenem. Eines Tages bist du nicht mehr Präsident. Du bist alt und plötzlich hast du keine soziale Funktion mehr. Deine gesellschaftliche Stellung ist weg. Oh, wer bin ich denn jetzt? Nur ein alter Mann. 

Dabei kann man so leicht darüber hinausgehen und die Erfüllung nicht mehr durch die Konditionierung suchen, durch den Versuch es besser zu machen, eine bedeutenderer Mensch, eine wichtigere Person zu werden, darauf zu warten das die Welt dir bestätigt bedeutend zu sein, jemand zu sein. Die Welt macht das vielleicht aber unter Umständen ändert sie ihren Sinn wieder und sagte dir schließlich das du ein niemand bist.

Es fängt mit einer so einfachen Sache an wie der den gedanklichen Verstand zurückzulassen und die Aufmerksamkeit auf die Hände zu richten.  Ich sage Hände, für diejenigen die nicht ganzen Körper fühlen können. Beginne mit den Händen. Solltest du den ganzen Körper fühlen können wenn ich Hände sage, dann spürst du eben das gesamte Energiefeld des Körpers. Andernfalls tun es vorerst auch die Hände. Halte daran fest, du kannst umherschauen und den Raum oder die Leute im Raum anschauen und deine Wahrnehmung ist dabei von einer Klarheit die sich nur einstellt wenn der gedankliche, konditioniert der Verstand nicht länger aktiv ist.

Es ist erstaunlich frei zu sein. Es erfordert keine Zeit.
Du kannst gleich jetzt in diesem Augenblick frei sein? 

Eckhart Tolle



*

Donnerstag, 8. Januar 2015

Transformation von Krankheit und Leid - Eckhart Tolle

9 Die Transformation von Krankheit und Leid
Krankheit in Erleuchtung verwandeln


Hingabe ist das rückhaltlose innere Annehmen dessen, was IST.
Wir reden von deinem Leben und von diesem Augenblick,
nicht von den Gegebenheiten und Umständen deines Lebens,
also nicht von dem, was ich deine Lebenssituation nenne.

Krankheit ist Teil deiner Lebenssituation, folglich hat sie
Vergangenheit und Zukunft. Vergangenheit und Zukunft bilden
ein ununterbrochenes Kontinuum, es sei denn, DU AKTIVIERST
DURCH DEINE BEWUSSTE GEGENWÄRTIGKEIT DIE ERLÖSENDE KRAFT DES JETZT.

 Wie du weißt, gibt es hinter den verschiedenen
Gegebenheiten, die deine Lebens Situation bestimmen und die
in der Zeit existieren, etwas Tieferes, Wesentlicheres:
dein Leben, dein eigentliches Sein im zeitlosen Jetzt.
Im Jetzt gibt es keine Probleme und infolgedessen auch keine Krankheiten.
Der Glaube an das Etikett, mit dem jemand deinen Zustand beschreibt,
erhält diesen Zustand aufrecht, verleiht ihm Gewicht und macht aus einer vorübergehenden
Störung einen scheinbar festgefügten Tatbestand.
Diesem Tatbestand werden nicht nur Wirklichkeit und Festigkeit zugeschrieben,
sondern auch eine zeitliche Fortdauer, die er vorher gar nicht hatte.

Indem du dich auf den gegenwärtigen Augenblick konzentrierst
und davon ablässt, eine begriffliche Einordnung vorzunehmen,
reduzierst du die Krankheit auf einen oder mehrere der folgenden Faktoren:
körperliche Schmerzen, Schwäche, Unwohlsein, Behinderung.
Dem gibst du dich hin - jetzt.
Du brauchst dich aber keineswegs einer »Krankheit« hinzugeben,
die nur in deiner Vorstellung existiert.

Lass dich von deinem Leiden in den gegenwärtigen Augenblick zwingen,
in einen Zustand bewusster Gegenwärtigkeit. Nutze es zu deiner Erleuchtung.


Durch Hingabe wird das, WAS IST, nicht verändert, jedenfalls nicht direkt.
Aber wenn du transformiert wirst, wird deine ganze Welt transformiert,
weil die Welt nur ein Spiegelbild ist.

Die Krankheit ist nicht das Problem. Du bist das Problem -
solange das Egodenken die Kontrolle über dich hat.
Wenn du krank oder behindert bist, solltest du nicht
das Gefühl haben, in irgendeiner Weise versagt zu haben, und keine Schuldgefühle hegen.

Wirf dem Leben nicht vor, dich ungerecht zu behandeln, aber mach auch dir
selbst keine Vorwürfe. All das ist Widerstand.
Wenn du eine schwere Krankheit hast, dann nutze sie zu deiner Erleuchtung.
 Alles »Unglück« in deinem Leben - nutze es zur Erleuchtung.

Widme der Krankheit keine Zeit. Gesteh ihr weder Vergangenheit noch Zukunft zu.
Lass dich von ihr zum intensiven, bewussten Erleben des gegenwärtigen Augenblicks bringen
und sieh, was geschieht.

Werde Alchemist. Verwandle ein unedles Metall in Gold,
Leiden in Bewusstheit, das Unglück in Erleuchtung.

Bist du wirklich schwer krank und ärgerst dich jetzt über das, was ich gesagt habe?
Dann ist das ein deutliches Anzeichen dafür, dass du einen Teil deines Selbstgefühls aus deiner
Krankheit beziehst und nun deine Identität schützt - und damit auch die Krankheit.

Der Zustand namens »Krankheit« hat nichts mit dem zu tun, was du in Wahrheit bist.
Wann immer du von einer größeren Schwierigkeit oder einem Unglücksfall betroffen bist - einer Krankheit oder Behinderung, dem Verlust deines Heims, deines Vermögens
oder deiner sozialen Identität, dem Bruch einer engen Beziehung, dem Leiden oder Sterben eines geliebten Menschen oder deinem eigenen drohenden Tod -, solltest du daran denken, dass alles zwei Seiten hat und du nur einen einzigen Schritt von etwas Unglaublichem entfernt bist:
von der vollkommenen alchemistischen Umwandlung des unedlen Metalls »Schmerz und Leid« in Gold.
Dieser eine Schritt heißt Hingabe. (Akzeptieren was IST , WAS BEREITS DA IST.)

Ich behaupte nicht, dass du in einer derartigen Situation glücklich sein wirst. Bestimmt nicht. Aber deine Angst und dein Schmerz werden sich in einen inneren Frieden und eine Gelassenheit verwandeln, die aus großer Tiefe kommen – aus dem Nichtmanifesten selbst.
Es ist der »Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft«.
Im Vergleich dazu ist Glück Schall und Rauch.

Mit diesem leuchtenden Frieden zugleich stellt sich -nicht auf der Verstandesebene,
sondern in der tiefsten Tiefe deines Seins
- die Erkenntnis ein, dass du unzerstörbar, unsterblich bist.
Das ist kein Glaube.
Vielmehr ist es eine absolute Gewissheit, die keines äußeren Beweises,
keiner Beglaubigung durch eine andere Instanz bedarf.

Eckhart Tolle

8.1.15





Freitag, 10. Oktober 2014

Wie bringst du einem Fisch das Fliegen bei?

Wie bringst du einem Fisch das Fliegen bei?

Es scheint fast unmöglich, die Identifikation mit dem Verstand aufzulösen.
Wir alle stecken tief in ihm drin.
Wie bringst du einem Fisch das Fliegen bei?

BEENDE DIE ILLUSION VON ZEIT

 Hier ist der Schlüssel: Beende den Irrglauben an die Zeit.
Zeit und Verstand sind untrennbar.
Entferne die Zeit vom Verstand und er hält an - bis du dich entscheidest, ihn zu benutzen.

Mit deinem Verstand identifiziert zu sein bedeutet in der Zeit gefangen zu sein: gezwungen, fast ausschließlich durch Erinnerung und Erwartung zu leben. Daraus entsteht die endlose Beschäftigung mit Vergangenheit und Zukunft und die Weigerung, den gegenwärtigen Moment anzuerkennen und ihm zu erlauben, zu sein. Diese Zwanghaftigkeit entsteht, weil die Vergangenheit dir eine Identität gibt und die Zukunft dir Erlösung, Erfüllung verspricht, auf welche Art auch immer. Beides sind Illusionen.



Eckhart Tolle - JETZT

Sonntag, 10. August 2014

Auslöser für Aktivierung des Schmerzkörpers

Auslöser

Manche Schmerzkörper reagieren nur auf einen bestimmten Auslöser, eine bestimmte Situation, die auf einer Wellenlänge mit einer bestimmten Art von früher einmal durchlittener emotionaler Qual liegt. Wenn zum Beispiel ein Kind bei Eltern aufwächst, die viel Theater um ihre finanziellen Probleme machen und sich ständig darüber streiten, absorbiert es möglicherweise die Geldsorgen der Eltern und entwickelt einen Schmerzkörper, der immer dann aktiv wird, wenn es um finanzielle Fragen geht. Dann regt es sich schon wegen unbedeutender Geldsummen auf und wird wütend. Dieser Aufregung und Wut liegen jedoch Überlebenssorgen und starke Angstgefühle zugrunde.

Ich kenne spirituelle, also relativ bewusste Leute, die in dem Augenblick, in dem sie mit ihrem Anlageberater oder Immobilienmakler telefonieren, ausfallend werden, losbrüllen und dem anderen Vorwürfe machen.

Ebenso wie auf Zigarettenpackungen eine Warnung vor Gesundheitsschäden steht, sollten vielleicht auch Banknoten und Kontoauszüge eine Warnung tragen: »Geld kann den Schmerzkörper aktivieren und zu völliger Unbewusstheit führen.«

Jemand, der in der Kindheit von Vater oder Mutter oder von beiden Eltern vernachlässigt oder verlassen wurde, wird wahrscheinlich einen Schmerzkörper bilden, der in jeder Situation aktiv wird, die auch nur im Entferntesten an den ursprünglichen Schmerz des Verlassenwerdens erinnert. In diesem Fall genügt es mitunter, dass ein Freund, der die betreffende Person vom Flughafen abholen wollte, ein paar Minuten zu spät kommt oder der Partner bzw. die Partnerin spät nach Hause kommt, um einen schweren Schmerzkörperanfall auszulösen. Wenn der Partner oder die Partnerin sie verlässt oder stirbt, übersteigt der emotionale Schmerz, den sie empfindet, alles, was in einer solchen Situation natürlich wäre. Dann leidet sie unter stärksten Qualen, anhaltenden, lähmenden Depressionen oder zwanghafter Wut.

Der Schmerzkörper einer Frau, die in der Kindheit von ihrem Vater missbraucht wurde, wird womöglich bei jeder intimen Beziehung zu einem Mann aktiviert. Umgekehrt kann es sein, dass die Empfindung, die ihren Schmerzkörper nährt, sie zu einem Mann hinzieht, dessen Schmerzkörper dem des Vaters gleicht. Ihr Schmerzkörper fühlt sich magisch angezogen von jemandem, der höchstwahrscheinlich den alten Schmerz wiederaufleben lässt. Der Schmerz wird manchmal irrtümlich als Verliebtheit interpretiert.

Ein Mann, der ein ungewolltes Kind war und der von seiner Mutter keine Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit erhielt, entwickelt einen starken, ambivalenten Schmerzkörper, der aus intensivem ungestilltem Hunger nach der Liebe und Aufmerksamkeit der Mutter und zugleich aus starkem Hass auf sie besteht, die ihm das verweigert hat, was er so verzweifelt brauchte. Bei dem Erwachsenen löst nun fast jede Frau, die er kennen lernt, diese Bedürftigkeit seines Schmerzkörpers aus - eine Form von emotionalem Schmerz -, was sich bei ihm als unwiderstehlicher Zwang äußert, all diese Frauen »zu erobern und zu verführen« und so in den Genuss der weiblichen Liebe und Aufmerksamkeit zu kommen, nach der sich sein Schmerzkörper sehnt. Er wird ein echter Herzensbrecher, aber sobald eine Beziehung intim wird oder seine Avancen auf Ablehnung stoßen, steigt die Wut des Schmerzkörpers auf seine Mutter wieder in ihm auf und ruiniert die Beziehung.

Wenn du deinen Schmerzkörper erkennst, sobald er aktiv wird, lernst du schnell, welches die häufigsten Auslöser für ihn sind, ob es bestimmte Situationen und Gegenstände sind oder etwas, das andere Menschen sagen oder tun. Wenn ein Auslöser da ist, erkennst du ihn sofort als solchen und bist in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft. Nach ein, zwei Sekunden nimmst du auch die emotionale Reaktion wahr, mit der sich der Schmerzkörper meldet, aber in deiner jetzigen wachsamen Präsenz identifizierst du dich nicht mit ihm, sodass er dich nicht vereinnahmen und zur Stimme in deinem Kopf werden kann.

Wenn du in dem Augenblick gerade mit deinem Partner oder deiner Partnerin zusammen bist, sagst du vielleicht: »Was du gerade gesagt oder getan hast, hat meinen Schmerzkörper aktiviert.« Triff mit deinem Partner die Vereinbarung, dass ihr es sofort erwähnt, wenn einer von euch etwas sagt oder tut, das den Schmerzkörper des anderen aktiviert. Dann kann sich der Schmerzkörper nicht länger am Beziehungsdrama laben, und statt euch ins Unbewusste zu ziehen, hilft er euch, voll und ganz präsent zu sein.

Jedes Mal, wenn du beim Aktivwerden des Schmerzkörpers gegenwärtig bist, verbrennt etwas von der negativen emotionalen Energie des Schmerzkörpers und verwandelt sich in Präsenz. Dann zieht sich das, was vom Schmerzkörper übrig ist, schnell zurück und wartet darauf, dass sich eine bessere Gelegenheit ergibt, wenn du weniger bewusst bist. Eine solche Gelegenheit bietet sich dem Schmerzkörper, wenn du deine Gegenwärtigkeit verlierst, vielleicht nach ein paar Drinks oder einem brutalen Fernsehfilm. Schon die kleinste negative Regung wie Gereiztheit oder Verärgerung kann der Aktivierung des Schmerzkörpers Vorschub leisten. Der Schmerzkörper braucht deine Unbewusstheit. Das Licht der Gegenwärtigkeit hingegen kann er nicht ausstehen.

Eckhart Tolle


Gerne unterstütze ich Sie bei der Heilung Ihres Schmerzkörpers.
Info:

www.Gerda-Schwaer.de  



Donnerstag, 31. Juli 2014

Sich beklagen und sich ärgern - Eckhart Tolle

Sich beklagen und sich ärgern

Sich beklagen ist eine der Lieblingsstrategien des Ego, um sich selbst zu bestärken. Jede Klage ist eine kleine Geschichte, die der Verstand erfindet und die du rückhaltlos glaubst. Es ist kein Unterschied, ob du dich laut beklagst oder nur in Gedanken. Manche Egos, die sonst vielleicht nicht viel haben, womit sie sich identifizieren könnten, leben einfach vom Klagen. Wenn dich ein solches Ego im Griff hat, wird das Klagen, besonders über andere Leute, zur Gewohnheit - natürlich unbewusst, das heißt, du weißt nicht, was du tust. Seine Mitmenschen mental mit negativen Etiketten zu versehen, entweder in der unmittelbaren Begegnung oder, wie es häufiger vorkommt, indem man mit anderen über sie spricht oder auch nur an sie denkt, ist meist Teil dieses Musters. Schimpfnamen sind die übelste Form einer solchen Etikettierung und des Ego-Bedürfnisses, Recht zu behalten und über andere zu triumphieren: »Dummkopf, Mistkerl, Schlampe«, das alles sind Beurteilungen, an denen man nicht rütteln darf. Auf der nächsttieferen Stufe der Unbewusstheit wird geschimpft und geschrien, und noch ein bisschen tiefer kommt es zur physischen Gewaltanwendung.

Die Empfindung, die mit dem Klagen und der Etikettierung anderer einhergeht und die dem Ego noch mehr Energie zuführt, ist der Ärger. Ärger bedeutet, erbost, entrüstet, gekränkt oder verletzt zu sein.  Du ärgerst dich über die Gier, die Unehrlichkeit oder die Unanständigkeit anderer, über das, was sie tun, was sie getan oder nicht getan haben, was sie gesagt haben, was sie hätten tun oder lassen sollen. Das mag das Ego. 
Statt über die Unbewusstheit anderer hinwegzusehen, machst du sie zu deren Identität.
Wer tut das?
Die Unbewusstheit in dir selbst, das Ego. Manchmal existiert der »Makel«, den du bei anderen wahrnimmst, gar nicht. Er ist bloß eine totale Fehlinterpretation deinerseits, die Projektion eines Denkens, das so konditioniert ist, dass es Gegner sieht, damit du dich ins Recht setzen oder überlegen fühlen kannst.

Bisweilen mag tatsächlich ein Fehler vorhanden sein, aber wenn du dich darauf konzentrierst und vielleicht sogar für nichts anderes mehr Augen hast, verstärkst du ihn nur. Und auf was du bei anderen reagierst, stärkst du in dir selbst.

Nicht auf das Ego anderer zu reagieren ist eines der besten Mittel, um zum einen über das Ego in dir selbst hinauszugehen, und zum anderen das kollektive menschliche Ego aufzulösen.

Den Zustand des Nichtreagierens erreichst du jedoch nur, wenn du das Verhalten einer anderen Person als egobezogen erkennst, als Ausdruck der kollektiven Gestörtheit des Menschen. Wenn du erkennst, dass es nichts Persönliches ist, entfällt auch der Zwang, darauf zu reagieren, als ob es etwas Persönliches wäre.

Dadurch, dass du nicht auf das Ego reagierst, kannst du anderen zu geistiger Gesundheit verhelfen, zu unkonditionierter Bewusstheit, die dem konditionierten Denken entgegengesetzt ist. Ab und zu musst du vielleicht praktische Schritte unternehmen, um dich vor zutiefst unbewussten Leuten zu schützen. Das kannst du aber tun, ohne sie dir zu Feinden zu machen. Dein größter Schutz ist allerdings die Bewusstheit. Jemand wird dein Feind, wenn du das Unbewusste, also das Ego, personalisierst.
Nicht zu reagieren ist keine Schwäche, sondern Stärke.

Ein anderes Wort für Nichtreagieren ist Vergebung.
Vergeben heißt, über etwas hinwegzusehen oder vielmehr durch es hindurchzuschauen. Du schaust durch das Ego hindurch auf die geistige Gesundheit, die das Wesen eines jeden Menschen bildet.

Das Ego beklagt sich gern und reagiert mit Ärger nicht nur auf andere Menschen, sondern auch auf Situationen. Was du mit einer Person anstellen kannst, gelingt dir auch mit einer Situation: Du kannst sie dir zum Feind machen. Der Grundtenor ist immer der Gleiche: Das dürfte eigentlich gar nicht passieren; ich will nicht hier sein; ich möchte das nicht tun; ich werde ungerecht behandelt. Und der größte Feind des Ego ist natürlich der gegenwärtige Augenblick, also das Leben selbst.

Sich zu beklagen ist etwas anderes, als jemanden auf einen Fehler oder Makel aufmerksam zu machen, der berichtigt werden kann. Und nicht zu klagen heißt nicht unbedingt, sich mit einer schlechten Qualität oder schlechtem Benehmen zufrieden zu geben. Es ist nichts Egoistisches daran, einem Kellner zu sagen, dass die Suppe kalt ist und aufgewärmt werden muss - sofern du dich an die Fakten hältst, die immer neutral sind.

»Wie können Sie es wagen, mir kalte Suppe zu servieren!«, ist eine Beschwerde.
Hier ist ein »Ich« im Spiel, das die kalte Suppe nur zu gern als persönliche Beleidigung betrachtet und einen großen Wirbel darum macht, ein »Ich«, das seine Freude daran hat, jemanden ins Unrecht zu setzen. Das Klagen, von dem wir hier sprechen, dient nicht der Veränderung, sondern dem Ego.
Manchmal wird es recht deutlich, dass das Ego sich im Grunde nicht verändern möchte, damit es sich weiter beschweren kann.

Probier einmal, die Stimme im Kopf in dem Augenblick zu erwischen bzw. wahrzunehmen, in dem sie sich über etwas beklagt, und sie als das zu erkennen, was sie ist: die Stimme des Ego, nichts weiter als ein konditioniertes Denkmuster, ein Gedanke. Wann immer du diese Stimme wahrnimmst, wird dir auch aufgehen, dass du nicht die Stimme bist, sondern derjenige, der sich ihrer bewusst ist. Tatsächlich bist du die Bewusstheit, die sich der Stimme bewusst ist. Im Hintergrund ist Bewusstheit. Im Vordergrund ist die Stimme, der Denker. Auf diese Weise befreist du dich allmählich vom Ego, vom unbeobachteten Denken.

In dem Moment, in dem du dir des Ego in dir bewusst wirst, ist es genau genommen gar kein 
Ego mehr, sondern nur ein altes, konditioniertes Denkmuster. Das Ego speist sich aus Unbewusstheit.Bewusstheit und Ego schließen sich gegenseitig aus.
Das alte Denkmuster, die geistige Gewohnheit, mag noch eine Weile bestehen bleiben und ab und zu wiederkehren, weil es die Schubkraft jahrtausendelanger kollektiver menschlicher Unbewusstheit im Nacken hat, aber jedes Mal, wenn dies erkannt wird, wird es ein wenig schwächer.

Eckhart Tolle – Eine neue Erde


Dienstag, 20. Mai 2014

Was ist das Ego? - Eckhart Tolle

Was ist das Ego?

Ich liebe die Analysen von Eckhart Tolle - sie bringen Heilung.

Erkenne das Ego als das, was es ist: eine kollektive Funktionsstörung, die Geistesgestörtheit des Menschen. Wenn du das in ihm siehst, was es ist, nimmst du es nicht mehr fälschlich als Identität von jemandem wahr.

Sobald du das Ego als das siehst, was es ist, fällt es dir viel leichter, nicht darauf zu reagieren. Du nimmst es nicht mehr persönlich. Dann ist es vorbei mit Klagen, Beschuldigungen, Vorwürfen oder Ins-Unrecht-Setzen. Niemand ist im Unrecht. Es ist das Ego im anderen, sonst nichts.

Mitgefühl überkommt dich, wenn du erkennst, dass alle an der gleichen Geisteskrankheit leiden, nur einige akuter als andere. Du gibst dem Drama, das Teil aller Egobeziehungen ist, nicht auch noch Nahrung.

Womit wird es genährt?
Mit Klagen, Ärger und Groll.
Dabei gedeiht das Ego.

Eine neue Erde - Seite 85

Wahrnehmen, erkennen, handeln.

Montag, 5. Mai 2014

Beziehung zu dir selber - Eckhart Tolle

Aber brauchst du überhaupt eine Beziehung zu dir selbst?


Warum bist du nicht einfach du selbst?
Wenn du eine Beziehung zu dir selbst hast,
bist du zweigeteilt: »ich« und »mein Selbst«, Subjekt und Objekt.


Diese vom Denken geschaffene Dualität ist die Grundursache für all die unnötigen
Komplikationen, Probleme und Konflikte in deinem Leben.

­
Im Zustand der Erleuchtung bist du du selbst - »du« und »dein
Selbst« verschmelzen miteinander. Du beurteilst dich nicht und
bedauerst dich nicht, du bist nicht stolz auf dich, du liebst dich
nicht und hasst dich nicht usw.


Die durch die Selbstreflexion des Bewusstseins bewirkte Spaltung ist beseitigt,
ihr Fluch aufgehoben. Da ist kein »Selbst«, das du weiterhin nähren,
schützen oder verteidigen müsstest.


Wenn du erleuchtet bist, fällt eine Beziehung für dich weg:
die Beziehung zu dir selbst.


Sobald du diese Beziehung aufgegeben hast,
verwandeln sich all deine anderen Beziehungen in Liebesbeziehungen


Eckhart Tolle – Arbeitsbuch: Leben im JETZT – Seite 105



Montag, 28. April 2014

JETZT - Eckhart Tolle - Potenzial

Plötzlich erwacht alles zum Leben,
strahlt Energie aus und leuchtet im Sein.
- Eckhart Tolle - JETZT


Wie kannst du aufhören, die Zeit zu vermehren?
Werde dir im tiefsten Innern bewusst, dass der
gegenwärtige Augenblick alles ist, was du je haben wirst.
Mach das JETZT zum Brennpunkt deines Lebens.
Statt wie bisher im zeitlichen Früher oder Später zu
verweilen und dem JETZT nur kurze Besuche
abzustatten, verweilst du fortan im Jetzt und stattest
der Vergangenheit und Zukunft nur dann einen kurzen
Besuch ab, wenn es die praktischen Lebensumstände
erfordern. Sag immer »Ja« zum gegenwärtigen Augenblick.
Gib die Illusion »Zeit« auf.


Hier ist der Schlüssel dazu: Gib die Illusion »Zeit« auf.
Zeit und Denken sind untrennbar verbunden.
Widme dem Denken keine Zeit mehr,
und es hält an - es sei denn, du willst deinen Verstand gebrauchen.


Wenn du dich mit deinem Denken identifizierst, gehst du der
Zeit auf den Leim und gibst dem Drang nach, fast
ausschließlich in Erinnerungen und Erwartungen zu leben.
Dadurch bist du unentwegt mit Vergangenheit und Zukunft
beschäftigt und nicht bereit, den gegenwärtigen Augenblick
geschehen zu lassen, ihn anzunehmen und zu würdigen.


Du erliegst dem unwiderstehlichen Drang, weil du deine Identität
aus der Vergangenheit beziehst, während die Zukunft dir
Erlösung verheißt, Erfüllung in irgendeiner Form.
Beides ist eine Illusion.
Je stärker du dich auf die Zeit konzentrierst -
auf Vergangenheit und Zukunft -, umso mehr entgeht dir das Jetzt,
das Kostbarste, was es gibt.


Warum ist es das Kostbarste?
Erstens, weil es das Einzige ist.
Sonst gibt es nichts.
Die ewige Gegenwart ist der Raum, in dem sich dein ganzes Leben entfaltet,
der eine Faktor, der konstant bleibt.
Das Leben vollzieht sich jetzt.
Dein Leben hat sich nie in einem Zeitraum außerhalb des jetzigen Augenblicks
abgespielt und wird es auch nie tun.


Zweitens, weil das Jetzt der einzige Punkt ist,
an dem du über die engen Grenzen des Verstandes
hinausgehen kannst. Es ist dein einziger Zugang zum zeit- und
formlosen Bereich des Seins.


Hast du je außerhalb des JETZT etwas erfahren, getan, oder gefühlt?
Glaubst du, du könntest das jemals?
Kann überhaupt etwas außerhalb des Jetzt sein oder geschehen?
Die Antwort dürfte doch klar sein, oder?


Nichts ist jemals in der Vergangenheit geschehen; es geschah im Jetzt.
Nichts wird jemals in der Zukunft geschehen; es geschieht im Jetzt.


Das, was ich hier sage, ist mit dem Verstand nicht zu begreifen.
In dem Augenblick, in dem du es erfasst, vollzieht sich ein

Bewusstseinswechsel vom Denken zum Sein,
von der Zeit zur Gegenwart.
Plötzlich erwacht alles zum Leben, strahlt Energie aus und leuchtet im Sein.

Dienstag, 22. April 2014

Freiheit - Denker - Tolle

Die Freiheit beginnt mit der Erkenntnis,
dass du nicht »der Denker« bist.


In dem Augenblick, in dem du den Denker zu beobachten beginnst,
wird eine höhere Bewusstseinsebene aktiviert.
Du erkennst, dass es einen unendlich großen Intelligenzbereich jenseits des Denkens gibt, von dem das Denken nur ein winziger Bruchteil ist.


Du erkennst ferner, dass alles, was wirklich von Bedeutung ist :
Schönheit, Liebe, Kreativität, Freude, innerer Frieden,
seinen Ursprung jenseits des Verstandes hat.

Du beginnst zu erwachen.


Eckhart Tolle

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Dienstag, 15. April 2014

Missbrauch - Eckhart Tolle - JETZT

Missbrauch !

Deine Freundin hängt in einer Beziehung mit einem Partner fest, der sie missbraucht, und das nicht zum ersten Mal.
Warum?

Sie hat keine Wahl.
Der durch die Vergangenheit konditionierte Verstand versucht immer wieder, das zu erschaffen, was er aus der Vergangenheit kennt und was ihm vertraut ist. Auch wenn es schmerzt, ist es zumindest vertraut. Der Verstand haftet immer am Bekannten. Das Unbekannte ist gefährlich, weil er darüber keine Kontrolle hat. Darum mag der Verstand den gegenwärtigen Moment nicht und ignoriert ihn.

Gegenwartsbewusstheit erschafft eine Lücke, nicht nur im Strom der Gedanken, sondern auch im Kontinuum von Vergangenheit und Zukunft. Außer durch diese Lücke, diesen klaren Raum unendlicher Möglichkeiten, kann nichts wirklich Neues oder Kreatives in diese Welt kommen. Deine Freundin wird vielleicht, weil sie mit ihrem Verstand identifiziert ist, ein Muster aus der Vergangenheit wieder erschaffen, in welchem Intimität und Missbrauch untrennbar verbunden sind.

Ebenso ist es möglich, dass sie ein in frühester Kindheit gelerntes Verstandesmuster ausagiert, wonach sie wertlos ist und es verdient, bestraft zu werden. Ihr Partner hat seine eigenen unbewussten Muster, welche die ihre ergänzen.

Natürlich ist ihre Situation selbsterschaffen, aber wer oder was ist dieses Selbst, das erschafft?
Ein geistig emotionales Muster aus der Vergangenheit, mehr nicht.

Niemand wählt Gestörtheit, Konflikt oder Schmerz.
Niemand wählt den Wahnsinn.
Sie entstehen, weil nicht genügend Gegenwärtigkeit in dir vorhanden ist, um die Vergangenheit auszulöschen, nicht genügend Licht, um die Dunkelheit zu vertreiben.
Du bist noch nicht vollkommen hier.
Du bist noch nicht ganz aufgewacht.
 In der Zwischenzeit beherrscht der konditionierte Verstand dein Leben.


Ganz ähnlich ist es,
wenn du zu den vielen Menschen gehörst, die in eine unbewältigte Geschichte mit ihren Eltern verwickelt sind. Wenn du ihnen weiterhin übel nimmst, was sie getan oder nicht getan haben, dann glaubst du, dass sie eine Wahl hatten - dass sie anders hätten handeln können.

Es sieht immer so aus, als wenn Menschen eine Wahl hätten, aber das ist nur eine Illusion.
Solange dein Verstand mit seinen konditionierten Mustern dein Leben beherrscht, solange du dein Verstand bist, welche Wahl hast du da?
Gar keine.
Du bist nicht einmal da.
 Mit dem Verstand identifiziert zu sein ist ein sehr kranker Zustand. Es ist eine Art des Wahnsinns. Fast jeder leidet in unterschiedlichem Maß an dieser Krankheit. In dem Moment, in dem du das erkennst, kann es keinen Groll mehr geben. Wie kannst du jemandem seine Krankheit übel nehmen? Die einzig angemessene Antwort ist Mitgefühl.

Das bedeutet also, niemand wäre verantwortlich für das, was er tut?
Ich mag diese Idee nicht.

Wenn du von deinem Verstand beherrscht wirst, musst du weiterhin die Konsequenzen deiner Unbewusstheit erleiden, obwohl du keine Wahl hast, und du wirst weiteres Leiden verursachen.
 Du wirst die Last der Angst, der Konflikte, der Probleme und der Schmerzen tragen müssen.
 Das so erschaffene Leiden wird dich schließlich aus deinem unbewussten Zustand herauszwingen.


 Was du über Wahl sagst, gilt doch auch für Vergebung, nehme ich an. Du musst völlig bewusst sein und dich hingeben, bevor du vergeben kannst. "Vergebung" ist ein Begriff, der seit zweitausend Jahren benutzt wird, aber die meisten Leute wissen kaum, was er bedeutet.


 Du kannst dir selber oder anderen nicht wirklich vergeben, solange dein Verständnis des Selbst aus der Vergangenheit kommt. Nur durch den Zugang zur Kraft der Gegenwart, zu deiner eigenen Kraft kann es wahre Vergebung geben.


Die Vergangenheit verliert ihre Macht und du erkennst im Innersten, dass nichts, was du je getan hast oder was dir je angetan wurde, auch nur im Geringsten die strahlende Essenz dessen berühren kann, was du bist. Das gesamte Konzept Vergebung wird damit unnötig.

Und wie komme ich zu dieser Erkenntnis?
Wenn du dich dem hingibst, was ist, und dadurch voll gegenwärtig bist, dann verliert die Vergangenheit an Macht. Du brauchst sie nicht mehr.
Gegenwärtigkeit ist der Schlüssel.
Das Jetzt ist der Schlüssel.

Wie werde ich wissen, wann ich mich hingegeben habe?
Wenn du diese Frage nicht mehr stellen musst.

JETZT – Eckhart Tolle – Seite 266

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